Freitag, 23. Oktober 2009

Der Norden von Grand Terre




Die östliche Seite des Schmetterlings muss auch einmal besucht werden, dachten wir uns. Und so haben wir spontan einen Ausflug in den Norden von Grand Terre gemacht. Abzuarbeiten waren Port d'Enfer, Port de la Grand Vigie und irgendein Strand, den wir vorher noch nie gesehen haben.
Nach langer Fahrt, oder sollte ich schreiben Verfahrung, sind wir fast dran vorbei gefahren. So eine Kleinigkeit ja auch nicht leicht zu finden. Auch wenn ich persönlich Pointe des Châteaux noch beeindruckender fand, da man dort die Wucht des Wassers noch mehr spüren kann, war es ein wunderschöner Ort, den man unbedingt besuchen muss. Es ist einfach wunderschön dort ein bisschen zu verweilen und melancholisch aufs Wasser zu schauen. Und, unglaublich, aber wahr, dort ist es so ruhig...

Danach waen wir letztendlich bei zwei Stränden. Zum einen bei Anse Bertrand and einem Strand, der nur zum Teil zum Baden geeignet war, da das Wasser dort mit Felsblöcken verziert war. Sah natürlich schön aus, aber, ich bitte dich Natur, muss das denn sein?
Wer wirklich Baden will bzw auf Planschen steht, geht am besten zur Anse du Souffleur. Das Meer bewegt sich dort kaum und ist superflach. Ist natürlich auch langweiliger. Wir sind ja nach dem letzten Wellenerlebnis mit Dina anderes gewöhnt.



Mittwoch, 14. Oktober 2009

Hurra, hurra die Dina Katherina ist jetzt da!

Letzten Donnerstag ist Dina doch tatsächlich nach über 12 Stunden Reise angekommen. Die Reise ist ohne Komplikationen verlaufen und Dina hat den Jetleg auch überlebt.
Nach der Ankunft mussten wir die Gelegenheit nutzen und bei Gosier ins Meer springen. Was für eine Erfrischung im 30 Grad "kaltem" Wasser. Danach ab nach hause, um köstlichen Auflauf zu essen! Herrlich, auch wenn Dina von dem Auflauf nichts essen konnte, aufgrund von Übelkeit aufgrund von Müdigkeit.

Seitdem haben wir schon besichtigt:


  • Matouba Herrlich wie immer! Ausnahmsweise eine echte Erfrischung und ein Naturerlebnis aus erster Quelle.
  • Pointe Noire Abendsessen bei unseren Tramperfreunden inklusive Entspannung im Pool und anschließendem Schnorcheln. Schnorcheln inklusive Schildkröte. Und an alle Zweifler sag ich jetzt mal konkret: Haha! Ja, ich bin so weit rausgeschwommen wie noch nie. Und ja, ich habe mich wohl gefühlt. Und ja, ich bin von Stolz erfüllt.
  • Plage de la Grand Anse bei Trois-Rivières. Wir sind ohne Surfbrett auf den mindestens (!) 4 m hohen Wellen gesurft oder auch von ihnen untergespült worden. Dina ist dabei 1000 Tode gestorben und hat den Wellen die kalte Schulter gezeigt. Sind aber auch gemein, diese Dinger. Für die Bikinifigur gab es Kokossorbeet.




  • Bains Chauds de Matouba nach insgesamt fast 4-stündiger Wanderung haben wir festgestellt, dass die Bains Chauds nicht sehenswert sind. Es sind, ehrlich gesprochen, ein stinkendes Becken. Kennt ihr Schwefelgeruch? Für diejenigen, die diesen Geruch noch nicht erlebt haben: es stinkt nach (Zitat Dina) "Scheiße!". Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" sind wir aber dennoch glücklich, dass wir den Spaß 'mal mitgemacht haben. Der Regenwald ist einfach so wunderschön und ist jede Sekunde wert, die man in ihm verbringt.



  • Ganztagesausflug zu Pointe-des-Châteaux bzw. Pointe-des-Colibris und Plage de la Sainte Anne Pointe-des-Châteaux ist der östlichste Punkt von Guadeloupe und dort befindet sich der Aussichtspunkt Pointe-des-Colibris. Von dort aus kann man ganz Guadeloupe und die umliegenden Inseln La Désirade, Marie-Galante und Les Saintes ansehen. Es ist einfach atemberaubend. Das muss man einfach einmal gesehen haben! An alle, die diese Insel einmal besuchen möchten: unbedingt ansehen! Was noch beeindruckender ist als die Aussicht, sind die Klippen. Erst dort wird einem die Naturgewalt des Wassers richtig bewusst. Wir hätten den ganzen Tag dort verbringen können und ich hoffe sehr, dass ich noch einmal Gelegenheit bekomme, diesen Ort zu besuchen. Es ist richtig ursprünglich dort. Einfach nur Wasser und die Klippen, die vom Wasser geformt sind. Wir haben dort auch unheimlich viele Fotos gemacht. Leider können Fotos gar nicht zum Ausdruck bringen wie intensiv dieser Ort ist. Es war ein unglaublich heißer Tag und danach wollten wir unbedingt endlich ins Wasser. Vorher hatten wir uns schon überlegt zum Strand in Sainte-Anne gehen wollen. Dort verbrachten wir auch den Nachmittag unter einer Palme am weißen Sandstrand. Natürlich ist das schön, allerdings ist Sainte-Anne auch DER Touristenort überhaupt auf Guadeloupe. Damit einhergeht natürlich, dass sich dort ziemlich viele überteuerte Strandbars befinden und man auch häufiger von Bauchladenverkäufern angesprochen wird. Das finde ich persönlich nicht sehr angenehm und zähle ihn deswegen nicht zu meinen Lieblingsstränden. Tja, hier wird man eben wählerisch. ;)
Das waren die Tage bis jetzt. Etwas blöd ist, dass wir uns kein Auto komplett mieten können und momentan also das Auto mit insgesamt 7 Leuten benutzen. Aber bis jetzt hat es immer irgendwie funktioniert. Es erfordert eben etwas mehr Planung und ich muss echt ein großes Dankeschön an die Mädels weitergeben, dass sie Dina und mich das Auto so lieb mibenutzen lassen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Wir sind ja nicht Milliadäre - sondern nur Millionäre...

Der Freitag:

Von Basse-Terre sind wir freitag mit dem Bus aufgebrochen zu unserer großen Wochenendreise in den Norden unserer Inselhälfte. Erstes Ziel war Deshaies. Letzte Station war leider schon Pointe-Noire, 20 km vor Deshaies. Erst wollten wir es nicht wahrhaben und sind einfach so lange im Bus geblieben bis wir rausgeschmissen wurden. Da standen wir also, bei einem verlassenen Restaurant, am Anfang vom Nirgendwo. Mutig wie wir sind, dachten wir uns ganz spontan "Hey, Daumen raus!". Ja, wir haben getrampt. Ja, es waren Fischverkäufer. Ja, der Fahrer hatte einen goldenen Schneidezahn. Aber nein, es hat nicht gestunken. Und wir sind sogar sicher angekommen.

Der Strand Plage de la Grand Anse ist einfach magnifique! Er war überhaupt nicht überlaufen und ist schön gelegen. Zudem ist er riesig und mit goldgelbem Sand. Ein echter Karibiktraumstrand! Dort wurden wir am späten Nachmittag von den beiden Couchsurfern, Willfried und seiner Frau Berangère, abgeholt und in ihr wunderbares kleines Häuschen eingeladen. Bei einem Fläschchen Bier wurde festgestellt, dass wir schon viel besser Französisch sprechen als bei unserer ersten Begegnung. Die beiden sind aber auch einfach nur toll. Sie haben uns sogar in ein Restaurant eingeladen und uns Deshaies-City gezeigt, die unerwartet unbelebt war. Die Lokale schließen hier in der Nebensaison. Beim Essen haben wir uns gut unterhalten über französische Schule, Bücher und sprachliche Eigenarten. Es war einfach ein superschöner Abend und wir hoffen beide, dass es schnellstmöglich wiedeholt wird.



Samstag morgen wurden wir abgeholt zu unserem Tagestrip, der beginnen sollte mit einem Halbtagesritt. Die Bilder sagen mehr als tausend Worte. Es war einfach herrlich, obwohl ich jetzt sämtliche Muskeln in meinem Hintern kennenlerne. Aber der Blick auf ganz Guadeloupe und umliegende kleine Inseln vom Pferderücken aus, entschädigt natürlich für alle Strapazen, die wir auf uns nehmen müssen in den nächsten Tagen.






Wer jetzt denkt, dass war schon aufregend genug - falsch! Frauke hatte derweil beim Trampen nämlich etwas mehr Erfolg als wir zuvor, und hat statt den ärmlichen Fischern, eine reiche Familie als Mitfahrgelegenheit ergattert. (Zitat: "Ich bin ja kein Milliardär, sondern nur einfacher Millionär!" Achso.)
Aufgrund seiner unglaublichen Bescheidenheit wurden wir direkt eingeladen in seiner Villa mit Pool den Geburtstag seiner Frau mitzufeiern. Zum Glück waren noch seine zwei Neffen in unserem Alter dabei und so nahmen wir die Einladung gerne, aber skeptisch, an. Kennt ihr diese Musikvideos von P.Diddy? Diese, wo Bikinimädels im Pool Champagner trinken und den Sonnenuntergang im Meer betrachten. Dann wisst ihr ja wie die Geburtstagsfeier aussah. Gäste waren...wir. Höhepunkt war wohl das Geburtstagsständchen für die Frau, die sich ihre Gäste zwar nicht aussuchen durfte, aber trotzdem zufrieden wirkte nachdem wir für sie gesungen haben.



Resultat des Abends: nächste Woche sind wir wieder eingladen, wobei wir nicht ganz verstanden haben, ob es wieder eine Familienfeier ist oder nur eine Feier der beiden netten jungen Männer. Eigentlich ist die Frage: Ist der Alte auch dabei?!

Moral von der Geschicht:
Scheu das Trampen nicht!

Autosuche

Erst einmal eine hilfreiche Info für unsere Nachfolger. Also, an die Familien- und Freundesmitglieder, die sich jetzt langweilen könnten: Diesen Beitrag einfach überlesen. :)

Es ist wirklich sehr schwer hier einen Autovermieter zu finden, der erst einmal Monatspreise anbietet und zweitens auch noch für Studenten einen Sonderpreis akzeptieren möchte. Bei der Planung eines Auslandssemesters in Guadeloupe sollte Geld für ein Auto auf jeden Fall berücksichtigt werden, da die Busverbindung wirklich sehr rückständig und nicht günstiger ist. Es gibt keine Monats- oder Mehrfahrtentickets und ein Semesterticket schon gar nicht.

Bei der Autosuche haben wir in Basse-Terre und Umgebung wirklich alle abgesucht, um hinterher festzustellen, dass unser aktueller Vermieter doch leider einer der günstigsten ist.

Die normalen Preise liegen pro Tag bei ca. 25 € für einen Kleinwagen. Bei Autivermietern wie Hertz braucht man gar nicht nachfragen, da diese an festgelegte Preise gebunden sind und keine Ausnahmen machen können.

Zu beachten bei der Automietung:

- Versicherung: Contrôle Technique (TÜV)
- Kautionen vergleichen
- Preise vergleichen, nach Sonderpreis fragen (bei längerer Mietdauer von mehreren Monaten verringert sich der Monatspreis)
- persönlicher Eindruck vom Vermieter (freundliches Auftreten, vertrauenswürdiges Auftreten)
- schriftlicher Vertrag vorhanden
- Aussehen des Autos (bitte nicht nach europäischen Maßstäben urteilen!)


Aber Busfahren bitte auch mit Auto unbedingt einmal ausprobieren, weil es einfach ein Erlebnis ist. Am besten auch mal eine längere Tour an der Küste entlang, bei der man an vielen schönen Ecken vorbeikommt.


Dienstag, 29. September 2009

Kommentare

Also, nachdem wir herausgefunden haben, dass wir einfach eine Einstellung ändern müssen, um von jedem Kommentare zuzulassen, ist es jetzt endlich möglich unsere Beiträge zu kommentieren. Das wird ein Spaß!

Parc des Mamelles und Lézard

Das Wochenende war eher anstrengend als erholend, aber natürlich war es das wert.

Samstag morgen ging es los. Mit Picknickspeisen (Kuchen) bepackt, fuhren wir die Route de Traversé zum Parc de Mamelles. Dies ist ein Tierpark, der nur Tiere von Guadeloupe ausstellt, ok, und noch einen Jaguar und Papageien und ein paar Kleintiere aus Guyana, aber die zählen nicht so richtig.
Der Tierpark war eher traurig als witzig, da die Tiere in viel zu kleinen und ganz und gar nicht artgerechten Käfigen leben müssen. Zwar werden die Tiere dadurch angeblich vor Privatkäufern gerettet, die die Tiere sonst töten würden, nur fragt man sich da echt was das kleinere Übel wäre. Es entstand auch sofort eine angeregte Diskussion über Tierschutz, den Menschen als größten Jäger überhaupt und der allgemeinen Umweltverschmutzung. Das Endergebnis war im Allgemeinen, dass wir Zoos blöd finden und sonst in keinen mehr gehen würden.



Das, was den Parc des Mamelles aber so lohneswert macht, ist sein Kletterkabinett, das von äanfänglich "Haha, ich hab ja gar keine Höhenangst!" zu "Aaaaah, ich komm hier nie mehr lebend runter. Hiiiiilfeeee!" reichte. Die Hängebrücken sind zwischen Bäume in einer Höhe von 25-30 Meter gespannt und sind nicht ganz so stabil, wie man sich vielleicht normale Brücken vorstellt. Ich dachte direkt an mein Baumhaus, das ich in der vierten Klasse gebaut habe, und das mit mir eingekracht ist, so dass ich genau mit dem Po aufgekommen bin. Diese Schmerzen in Gedanken lief ich nun diese Hängebrückchen entlang.
Es war ein Riesenspaß mitten zwischen den Bäumen über wackelige Hängebrückchen zu laufen, um sich den ganzen Park von oben anzusehen, auch wenn man den anderen bald schon ansehen konnte, dass sie in ihrer Kindheit wahrscheinlich ähnliche Baumhauserlebnisse durchstehen mussten. Naja, alle außer Lara, man nennt sie auch Lara Croft, weil sie keine Ängste kennt oder einfach nur lebensmüde ist. Das kann man noch nicht genau differenzieren.




Parc des Mamelles from Lea Sauer on Vimeo.



Abends waren wir wieder bei Bekannten in Gosier bei Pointe-à-Pître, um dort auf eine Reggae-Party zu gehen. Diese sollte, so dachten wir in St. Francois stattfinden, das noch einmal ca. 30 Minuten von Gosier entfernt ist.
Wir haben im Laufe des Abends 5 Regeln für einen gelungenen Abend herausgefunden, die wir gerne mitteilen möchten:

Regel Nr. 1:

Iss vorher ein Agoulou. Es schmeckt nicht, fühlt aber den Magen und lässt einen unbefriedigt zurück. Dem kann nur durch das Verspeisen mehrerer Kekse entgegengewirkt werden.

Regel Nr. 2:

Vor der Abfahrt bitte noch jemandem die Finger im Kofferraum einklemmen. Frauke fand das sehr witzig und hatte außer blauen Fingern und Schmerzen keine weiteren Schäden. Das ist es wert! Aber nur ausprobieren, wenn vorher schon Rum eingenommen wurde, das beruhigt.

Regel Nr. 3:

Auf keinen Fall vorher nach dem Weg fragen. Es ist viel witziger, wenn man sich noch nachts verfährt und stundenlang durch halb Grand Terre düst, um hinterher auf einem Schotterweg zu landen, der vermutlich ins Nirgendwo führt. Gut, dass die Party wirklich im Nirgendwo stattgefunden hat.

Regel Nr. 4:

Auf keinen Fall Geld mitnehmen für Getränke, so kann man teilen, und das macht einen riesigen Spaß.

Regel Nr. 5:

Nicht zuhause schlafen. Das Gefühl vollgeschwitzt in einem fremden unbezogenen Bett aufzuwachen ist einfach durch nichts zu ersetzen.


Der Abend war verrückt und alles was schief laufen konnte, ist schief gelaufen, aber selbst unsere Invalidin Frauke musste hinterher sagen, dass es einfach herrlich war. Musik und Leute waren super schön und die Atmosphäre irgendwo am Strand mitten im Nirgendwo zu tanzen, ist einfach unglaublich. Immer wieder. Dann aber bis zum Sonnenaufgang.


Sonntag waren wir auf der Heimreise noch beim Saut de Lézard. Sehr, sehr schön. Mitten im tropischen Regenwald ein Wasserfall mit Halbgrotte zu dem wir ca. 30 Min. gewandert sind. Viel dazu schreiben, kann man nicht, da man es einfach gesehen haben muss. Wir haben uns erfrischt und die Umgebung erkundet.


Montag, 28. September 2009

Ein ganz normaler Tag - Schnorcheln am Leuchtturm


Wenn es hier heiß ist, so wie eigentlich immer, sagt man zu guten Freunden "Ah, Bonjour, je transpire!", was so viel bedeutet wie "Oh, hallo, ich schwitze!". Dies gilt für jedermann, ob für die Standartoma oder für den bekannten Schriftsteller, mit dem wir heute zufällig zu Mittag gegessen haben. Wenn man bei einer so freundlichen älteren Dame wohnt, sind die Gäste schon mal etwas interessant.



Wenn uns heiß ist, fahren wir spontan zum Leuchtturm an dem man super Schnorcheln kann. Damals wussten wir noch nicht, dass das Wasser dort von Pestiziden verunreinigt ist und hatten sehr viel Spaß beim Schnorcheln, Schwimmen und Posieren. Der Ort ist wirklich wunderschön und viele gehen dort auch mit ihren Kindern baden. Deswegen hat es uns um so mehr überrascht, als wir heute durch die Zeitung von der Wasserverschmutzung erfuhren. Den Bildern sieht man das keineswegs an. Überzeugt euch selbst:





Bêtises from Lea Sauer on Vimeo.